Demo Eindruck – überwältigende Qualität, Auge für Details wird belohnt

Ich gestehe, großer Quantic Dream Fan zu sein. Wenn man sich auf die Spielweise einlassen kann und nicht erwartet, ein Open-World oder Action-Rollenspiel vorzufinden, sind die Geschichten von Quantic einzigartig und sehenswert. Detroit Become Human reiht sich nicht nur perfekt in die Reihe der Spiele ein, die vor ihm kamen, es setzt wie üblich einiges oben drauf.

Optische Qualität

Beyond Two Souls und davor Heavy Rain waren Gefangene der limitierten PS3 Leistung. Trotzdem brachte Quantic mit beiden Titeln zelebrierte und hochkarätige Titel heraus, die mit dem Remaster für die PS4 nur besser wurden.

Detroit hingegen sieht insbesondere in Detailaufnahmen der Gesichter fast (ich sage fast) fotorealistisch aus. Natürlich ist der moderne Gamer so etwas mittlerweile fast schon gewöhnt, was aber nicht heißt, dass wir es für garantiert nehmen sollten. Das Level an Details, Gesichtsausdrücken und optischer Qualität kommt nicht von irgendwo her und zeigt, dass Quantic immer wieder für eine Überraschung gut ist. Wer die Gameplay Videos gesehen hat, wird kein Downgrade o.Ä. erkennen können.

30fps – oder?

Die für mich größte Überraschung lag darin, dass das Spiel mit 30 frames sehr, sehr flüssig aussieht. Der einzige Kritikpunkt an all den grandiosen Exklusivtiteln der letzten Jahre ist und bleibt für mich die 30fps-Limitation, die man leider immer wahrnimmt. God of War bietet z.B. einen Performance Modus an, der aber keine konstante 60fps halten kann, ergo nimmt man das Ruckeln erst recht war.

Und daher kommt Detroit und läuft absolut flüssig, obwohl es mit den üblichen 30 frames läuft. Ich weiß nicht, wie Quantic es gemacht hat – oder ob es bei hellen Szenen plötzlich doch ruckelt – aber die gesamte Demo spielt sich wie ein Film. Filme laufen sogar nur mit 24fps und sind trotzdem nie als “ruckelnd” empfunden. Sehr interessant und eine sehr, sehr gelungene Abwechslung.

Der Blick für Details

Als Sherlock Holmes Fan lebe ich umgeben von Menschen, die kein Auge und kein Interesse für Details haben. Aber nur die kleinsten Details, lassen einen die gesamte Geschichte erkennen. Detroit Become Human belohnt Sherlock Holmes “The Science of Deduction” wie ich selten in Spielen gesehen habe. Spoiler:

Man rekonstruiert das vorgefallene in der Wohnung, schaut sich das Resultat in einer Art Animation an, die man vor und zurückspulen kann. Vater tot, Polizist tot. Und wenn man schnell zur Action kommen will, übersieht man, dass der Vater ein Tablet fallen lassen hat, als er sein schnelles Ende fand und gleichermaßen dem Polizist beim Schusswechsel seine Waffe unter den Esstisch gefallen war.

Man kann durch die Wohnung laufen, mit und ohne Android-Modus und beide Objekte nie finden. Nur der Blick fürs Detail lässt bestimmte Dialog- und Aktions-Optionen öffnen. Wie üblich für diese Art Spiel ist jede Entscheidung wichtig und führt zu anderen Resultaten. Neu ist der hier abgebildete Entscheidungsbaum:

Der Entscheidungs-Baum, der auch zeigt, dass man Dinge vergessen / nicht gefunden hat.

Ich war mir z.B. bereits beim 1. Durchspielen der Demo 100% sicher, alles gefunden zu haben. Aber Pustekuchen, gerade 50% hatte ich entdeckt. Mich persönlich lädt das dazu ein, die Szene erneut zu spielen, evtl. nicht 5x, um auch wirklich jegliche Dialogoption ausprobiert zu haben, aber definitiv mehr als 1x um möglichst schnell durchzukommen. Diesen Impuls hatte ich bei Beyond Two Souls beispielsweise gar nicht. Guter Zug, Quantic.

Fazit zur Detroit Become Human Demo

Die Demo ist kostenlos, das Spiel kommt am 25. Mai. Wer warten möchte, tut das natürlich, etwa bis ein Sale das Spiel günstiger als für 70€ anbietet. Aber wer die Art Spiel mag, wird Detroit Become Human lieben. Ich freue mich auf die 3 Hauptcharaktere und viele weitere dieser Szenen, in denen ich alle Details aus einer Räumlichkeit herauskitzeln kann.

9/10